German Book Prize (Deutscher Buchpreis)
Echtzeitalter: Roman | Deutscher Buchpreis 2023
Set in an elite boarding school in Vienna, the novel follows Till as he tries to find his place between authoritarian schooling and the world of gaming. Friendship, first love, loss, and Age of Empires 2 lock together as the engine of a coming-of-age story.
Work Information
Between school and gaming, it searches for the shape of freedom in adolescence.
Till attends a traditional school in Vienna and feels suffocated by an authoritarian teacher, while the world of gaming offers him another way of being alive. As perspectives on education, class, friendship, and loss accumulate, the novel reads as a distinctly contemporary coming-of-age story.
Review Summaries
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Readers praise the clear voice and the sharp eye for power relations inside school life. Some find Till distant at first, but many feel the novel gains depth and momentum as it goes on.
Book Information
- Publisher
- Rowohlt Verlag GmbH
- Published
- 2023-03-14
- Pages
- 368 pages
- Language
- ドイツ語
- Size
- 13.6 x 3.1 x 21 cm
- ISBN-13
- 9783498003173
- ISBN-10
- 3498003178
- Price
- 4986 JPY
Amazon.co.jp: Echtzeitalter: Roman | Deutscher Buchpreis 2023 : Schachinger, Tonio: 洋書
Reviews
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Disclaimer vorweg: Ich war an derselben Schule wie der Autor und hatte zu einem guten Teil dieselben Lehrer. Immerhin hatte ich das Glück, den Lehrer, den ich als "Dolinar" gelesen habe, nicht als Klassenvorstand zu haben, sondern nur als Französisch- und Deutschlehrer. Aufgrund meines Hintergrundes und der detailgetreuen Beschreibungen, konnte ich über weite Teile des Romans in Erinnerungen (und Traumata - Stichwort Dolinar) schwelgen. Im Umkehrschluss fühlt es sich oftmals so an, als würde mehr Zeit darauf verwendet, die Zustände im Schulsystem, in der vermeintlichen Eliteschule und in Österreich zu beschreiben und zu analysieren, als der eigentlichen Entwicklung des Protagonisten zu folgen. Der Autor versteht es, diese Schule und den österreichischen Konservatismus treffend und pointiert zu analysieren und zu kritisieren. Das Coming-of-Age wirkt demgegenüber etwas generisch und war für mich weniger interessant. Spannend war der eher ungewöhnliche Blickwinkel. Der Protagonist und all seine Freunde sind Teil einer privilegierten Klasse. Während sich ihre Ängste und Sorgen von denen anderer Jugendlicher nicht unbedingt unterscheiden, können sie im Leben kaum scheitern. Schulverweis? Die Eltern werden es schon richten und finden eine andere Privatschule. Und obwohl sich der Protagonist im Laufe der Geschichte dieser Privilegien bewusst wird, beenden andere diese Schule und stolpern im System stets nach oben. Unterdessen bilden sie sich ein, in einer Leistungsgesellschaft zu leben und perpetuieren die konservative bis rechtsextreme Mittelmässigkeit gepaart mit einer ordentlichen Portion Standesdünkel. Toll - und für mich bisher unerreicht im Medium Roman - war die Beschreibung von Videospielen. In diesem Fall der "Echtzeit"-Strategie-Klassiker Age of Empires 2. Der Autor hat offensichtlich viel Ahnung von der Community und dem Spiel selbst. Als Fan und Hobbyspieler, der gerne mal im Stream von TheViper oder Hera vorbeischaut, war es ein Genuss, diese Passagen zu lesen. Chapeau! Ebenso genial die Gegenüberstellung der Streaming-Community, und wie sie es schafft, eine nahezu unüberschaubar komplexe Materie wie AoE2 zu vermitteln, während typischer Unterricht in Österreich einem jedes noch so interessante Fach verleiden kann. Insgesamt ein ausgesprochen unterhaltsamer Roman, der für mich weniger mit Coming-of-Age punktet, dafür aber die österreichische Gesellschaft schön analysiert. Sehr persönliche Pluspunkte gibt es für die vielen Erinnerungen an Lustiges wie auch an Traumata am "Marianum".
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The book arrived damaged
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Der Autor erzählt die Erfahrungen seiner Hauptfigur Till während dessen gesamter Schulzeit an einer Wiener Privatschule (Vorlage dürfte das Theresianum gewesen sein, das Schachinger selbst besucht hat). Dabei werden viele Banalitäten so schwungvoll erzählt, dass man gerne dranbleibt und mit den Hauptcharakteren Till, Feli und Fina (alle trotz haufenweise Knete links-intellektuell) die Höhen und Tiefen ihrer Schulzeit und privater Liebeswirren erlebt. Dazu werden Highlights der österreichischen Geschichte der letzten Jahre eingeflochten (Stichwort Ibiza) und wiederum aus links-intellektueller Perspektive kommentiert. Ein Computerspiel spielt auch eine Rolle, die Schilderung der Spieleraktivitäten sind etwas langatmig, die habe ich oft überblättert. Sprachlich ist das Buch überzeugend! Allerdings hinken Vergleiche mit "Tschick" oder dem "Schüler Gerber" gewaltig und sollten nicht bemüht werden.
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Wer dieses Buch liest, um die Gamer-Szene zu verstehen, bekommt eher weniger, als die Rezensionen versprechen. Wer offen ist für eine "Coming of Age"-Geschichte, wird zufrieden sein. Und wer es liest, um einen spezifisch Wienerisch gefärbten Einblick zu gewinnen in das Milieu der "rich kids" und sozialer Eliten, wird den Buchdeckel am Ende reich beschenkt zuklappen. Wiener Idiom, Präpotenz und Charme sind gutgetroffen. Dennoch: Mit bisweilen lieblos und wenig geschmeidig verschachtelten Sätzen war der Stil des Buches wohl nicht der Grund für die Würdigung mit dem Deutschen Buchpreis. Das muss schon eher die gelungene Erzählperspektive gewesen sein: Kaum merklich changiert der Autor zwischen dem naiv jugendlich Erleben seiner Hauptfigur Till und einer erwachsenen Außenperspektive, deren lakonischer Sarkasmus hinreißend und meist auch sehr klug ist. Mehr als einmal hat mich die Lektüre zum Schmunzeln, ja zum lauten Lachen gebracht. In den letzten (kurzen) Kapiteln verfällt die Erzählung in den Zeitraffer-Modus und gerät nahe an die Niederungen zum Kitsch. So als hätte der Roman ganz schnell nur noch fertig werden sollen. Am Ende bleibt: Mit "Echtzeitalter" hat sich der Deutsche Buchpreis jugendlicher Frische, realistischer Milieuschilderung und zugänglichem Witz geöffnet.
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Ich habe mir "Echtzeitalter" auf Empfehlung gekauft und auch aufgrund der Auszeichnung viel erwartet. Diese Erwartungen wurden nicht vollends erfüllt. Eigentlich kann man über dieses Buch garnichts schlechtes sagen. Stilistisch gut, es entsteht ein schöner Lesefluss und man lebt auch tatsächlich mit dem Protagonisten mit, der seine Schulzeit zwischen typischen Schulerfahrungen, Computerspielen und erster Liebe verbringt. Das macht das Buch zu einer netten Teenagerlektüre, an der durchaus auch junggebliebene Erwachsene noch Freude haben können. Dabei plätschert es gemütlich vor sich hin und kommt im Großen und Ganzen ohne Spannungsbogen und Höhepunkte aus. Easy reading ohne das Gefühl, das Buch nicht zur Seite legen zu wollen. Allerdings: Der Autor bezieht sich dabei auf sehr viele reale Begebenheiten, unter anderem politischer Natur, die das Buch im Kontext der Jetztzeit verhaften und vermuten lassen, dass sein Inhalt für Leser*innen in 10 Jahren kaum noch anschlussfähig sein wird. Und genau das ist es, was es meines Erachtens für einen Literaturpreis disqualifiziert: Ein "bester Roman" sollte zeitlos genug sein, um auch in Zukunft noch (s)ein Publikum fesseln zu können. Und genau das halte ich bei diesem Buch für ausgeschlossen. Es reiht sich eher in der Kategorie "Bahnhofsliteratur" ein.